Store Check: Filialbegehung im Einzelhandel mit Checkliste

Ein Store Check ist eine strukturierte Begehung einer Filiale, bei der die Bezirks- oder Filialleitung anhand einer Checkliste prüft, ob die Standards der Kette eingehalten werden: Sauberkeit und Ordnung auf der Fläche, Warenpräsentation und Planogramm, Preisauszeichnung, Haltbarkeitsdaten, Lager, Kasse, Personal und Kundenservice. Das Ergebnis ist eine Bewertung mit konkreten Mängeln, für die Verantwortliche und Fristen festgelegt werden. Im Unternehmen heißt das auch Filialbegehung, Marktbegehung oder Betriebsbegehung. Im Folgenden erfahren Sie, wie ein Store Check abläuft, was in die Checkliste gehört und wie aus Feststellungen echte Verbesserungen werden.
Wozu ein Store Check
In einer Filialkette entscheidet sich der Erfolg auf der Fläche. Die Zentrale kann Standards definieren, aber nur vor Ort sieht man, ob sie gelebt werden. Ein regelmäßiger Store Check:
- macht Unterschiede zwischen Filialen sichtbar und vergleichbar;
- findet Umsatzverluste – leere Regale, falsche Preise, schlecht platzierte Aktionsware;
- reduziert Abschriften durch abgelaufene oder falsch gelagerte Ware;
- zeigt, ob Schulungen und neue Standards angekommen sind;
- gibt der Filialleitung klare Prioritäten statt allgemeiner Kritik.
Ein Store Check ersetzt dabei nicht den Blick des Kunden. Wie die Filiale aus Kundensicht wirkt, zeigt ergänzend Mystery Shopping.
Arten von Begehungen
| Art | Wer | Wie oft | Fokus |
|---|---|---|---|
| Tägliche Öffnungs- und Schließkontrolle | Filialleitung, Schichtverantwortliche | täglich | Bereitschaft der Fläche, Kasse, Sicherheit |
| Store Check der Bezirksleitung | Bezirks- bzw. Gebietsleitung | regelmäßig nach Plan | alle Standards der Kette, Kennzahlen, Team |
| Thematische Begehung | Fachabteilung | anlassbezogen | z. B. Planogramm, Aktion, Arbeitssicherheit |
| Betriebsbegehung zum Arbeitsschutz | Fachkraft für Arbeitssicherheit, Leitung | nach Gefährdungsbeurteilung | Fluchtwege, Leitern, Lager, Erste Hilfe |
Für die tägliche Routine eignen sich die Vorlagen Laden öffnen und Laden schließen. Den großen Filialbesuch bildet die Checkliste Marktaudit für die Bezirksleitung ab.
Ablauf eines Store Checks
- Vorbereitung. Kennzahlen der Filiale ansehen (Umsatz, Abschriften, Inventurdifferenzen), offene Mängel aus dem letzten Besuch prüfen.
- Ersteindruck von außen. Fassade, Schaufenster, Eingang, Parkplatz, Öffnungszeiten – so, wie der Kunde die Filiale sieht.
- Rundgang über die Fläche. Entlang des Kundenwegs: Eingangsbereich, Aktionsflächen, Regale, Kühlung, Kasse.
- Hinter den Kulissen. Lager, Wareneingang, Sozialräume, Büro, Dokumentation.
- Gespräch mit dem Team. Was läuft gut, wo hakt es, was braucht die Filiale von der Zentrale?
- Abschlussgespräch mit der Filialleitung. Ergebnisse, Prioritäten, Maßnahmen mit Verantwortlichen und Fristen.
- Nachverfolgung. Beim nächsten Besuch zuerst prüfen, ob die vereinbarten Maßnahmen umgesetzt sind.
Checkliste für den Store Check
| Bereich | Prüfpunkte |
|---|---|
| Außenbereich und Eingang | sauber, beleuchtet, Öffnungszeiten sichtbar, Einkaufswagen und Körbe bereit |
| Sauberkeit der Fläche | Böden, Regale, Kühlmöbel sauber, keine Kartons im Gang |
| Warenpräsentation | Regale gefüllt, Front gezogen, Planogramm eingehalten, Aktionsware am vorgesehenen Platz |
| Preisauszeichnung | jedes Produkt mit Preisschild, Preise stimmen mit Kasse überein, Aktionspreise korrekt |
| Haltbarkeit | keine abgelaufene Ware, FIFO/FEFO eingehalten, reduzierte Ware gekennzeichnet |
| Kühlung | Temperaturen im Sollbereich und dokumentiert, Kühlmöbel nicht überladen |
| Lager und Wareneingang | geordnet, Ware nicht auf dem Boden, Wareneingang geprüft und dokumentiert |
| Kasse | ausreichend besetzt, Wartezeiten, Kassenbereich ordentlich, Kassendisziplin |
| Personal | Dienstkleidung, Namensschild, Begrüßung, Beratungskompetenz |
| Sicherheit | Fluchtwege frei, Feuerlöscher zugänglich, keine Stolperstellen |
Wählen Sie Prüfpunkte, die eindeutig beantwortet werden können. „Regale ordentlich“ ist Ansichtssache, „Lücken im Regal: höchstens 3 pro Gang“ ist prüfbar. Wie Sie Fragen sauber formulieren, lesen Sie im Beitrag Checkliste erstellen.
Spezialisierte Vorlagen für einzelne Bereiche: Einhaltung des Planogramms, Kontrolle der Preisschilder, Datumskontrolle und Warenrotation (FIFO/FEFO), Wareneingang im Einzelhandel, Umkleidekabinen im Bekleidungsgeschäft und Arbeitssicherheitsbegehung.
Bewertung: Punkte, Gewichtung, kritische Punkte
Damit Ergebnisse zwischen Filialen vergleichbar sind, braucht der Store Check ein einheitliches Bewertungssystem:
- Gewichtung. Nicht jeder Punkt ist gleich wichtig. Abgelaufene Ware oder ein blockierter Fluchtweg wiegen schwerer als ein schiefes Plakat.
- Kritische Punkte. Manche Mängel sollten das Gesamtergebnis unabhängig von der Punktzahl beeinflussen – etwa Verstöße gegen Lebensmittelsicherheit oder Arbeitsschutz.
- Prozentwert statt Schulnote. Ein Ergebnis wie 87 % lässt sich über Filialen und Monate vergleichen.
- Fotos als Nachweis. Ein Foto des Mangels erspart Diskussionen und zeigt beim nächsten Besuch den Vorher-Zustand.
Vom Befund zur Maßnahme
Der häufigste Fehler beim Store Check: Der Bericht wird geschrieben, verschickt – und nichts passiert. Damit Begehungen wirken:
- Jeder Mangel bekommt einen Verantwortlichen und eine Frist.
- Die Filialleitung bestätigt die Behebung, idealerweise mit Foto.
- Offene Punkte werden beim nächsten Besuch zuerst geprüft.
- Wiederkehrende Mängel an mehreren Filialen deuten auf ein Problem im Standard, in der Schulung oder in der Personalplanung hin – nicht auf einzelne Mitarbeiter.
Häufige Fehler
- Store Check angekündigt eine Woche vorher – Sie sehen den „Feiertagszustand“, nicht den Alltag.
- Checkliste mit 150 Punkten, die niemand in einem Besuch sinnvoll abarbeitet.
- Unterschiedliche Checklisten je Bezirksleitung – Ergebnisse sind nicht vergleichbar.
- Bewertung ohne Gespräch mit dem Team.
- Bericht per E-Mail ohne Nachverfolgung.
Store Check mit jeCheck
jeCheck ist für Ketten im Einzelhandel gemacht:
- Mobile Audits am Smartphone oder Tablet – auch offline, mit Fotos, Zeitstempel, Standort und Unterschrift.
- Gewichtung und kritische Punkte stellen Sie im Checklisten-Editor ein, einheitlich für alle Filialen.
- Mängel werden automatisch zu Aufgaben mit Verantwortlichem und Frist; die Filiale meldet die Behebung mit Foto.
- In der Auswertung vergleichen Sie Filialen, Bezirke und Zeiträume und sehen, welche Punkte am häufigsten durchfallen.
Fertige Checklisten für den Handel finden Sie in der Vorlagenbibliothek.