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Wareneingangskontrolle in der Gastronomie: Checkliste und Dokumentation

Wareneingangskontrolle in der Gastronomie: Checkliste und Dokumentation

Die Wareneingangskontrolle ist die Prüfung jeder Lieferung, bevor die Ware ins Lager oder in die Küche kommt: Stimmen Menge und Artikel mit Bestellung und Lieferschein überein, ist die Temperatur in Ordnung, ist die Verpackung unbeschädigt, ist das Mindesthaltbarkeits- bzw. Verbrauchsdatum ausreichend, ist die Kennzeichnung vollständig? Abweichungen werden sofort reklamiert oder die Ware wird abgelehnt, und das Ergebnis wird dokumentiert. Die Wareneingangskontrolle gehört zu den Grundlagen jedes HACCP-Konzepts – und ist zugleich der erste Hebel gegen unnötigen Wareneinsatz. Im Folgenden finden Sie den Ablauf, eine Checkliste und Tipps für die Dokumentation.

Warum die Wareneingangskontrolle so wichtig ist

Was beim Wareneingang durchrutscht, lässt sich später kaum noch korrigieren:

  • Lebensmittelsicherheit. Eine unterbrochene Kühlkette oder beschädigte Verpackung kann schon vor der ersten Zubereitung ein Risiko sein.
  • Rückverfolgbarkeit. Sie müssen wissen, von welchem Lieferanten welche Ware kam – im Ernstfall auch für einen Rückruf.
  • Kosten. Untergewicht, falsche Artikel oder Ware mit kurzer Restlaufzeit bezahlen Sie voll, nutzen aber nur teilweise. Mehr dazu im Beitrag Wareneinsatz in der Gastronomie.
  • Nachweis bei der Kontrolle. Aufzeichnungen zum Wareneingang zeigen der Lebensmittelkontrolle, dass Ihre Eigenkontrollen funktionieren.

Ablauf bei der Anlieferung

  1. Zeitfenster planen. Lieferungen nicht in die Stoßzeit legen. Eine geschulte Person muss da sein – nicht „wer gerade an der Tür steht“.
  2. Fahrzeug und Transport ansehen. Sauberkeit, gekühlter Transport bei Kühlware, getrennte Ladung.
  3. Lieferschein mit Bestellung abgleichen. Artikel, Menge, Gebinde.
  4. Temperatur messen. Kühl- und Tiefkühlware sofort mit kalibriertem Thermometer prüfen, Werte notieren.
  5. Sichtprüfung. Verpackung intakt, keine Bombagen, kein Eiskristall-Belag als Zeichen für Antauen, Geruch und Aussehen bei loser Ware.
  6. Datum und Kennzeichnung prüfen. Ausreichende Restlaufzeit, vollständige Kennzeichnung, bei Bedarf Chargennummer.
  7. Gewicht stichprobenartig prüfen. Besonders bei teuren Positionen wie Fleisch und Fisch.
  8. Entscheiden. Annehmen, mit Vermerk annehmen oder ablehnen. Abweichungen auf dem Lieferschein notieren und vom Fahrer bestätigen lassen.
  9. Sofort einlagern. Kühl- und Tiefkühlware zuerst, damit die Kühlkette nicht im Flur unterbrochen wird.

Checkliste Wareneingangskontrolle

Prüfpunkt Worauf achten
Lieferschein entspricht der Bestellung, Lieferant und Datum vollständig
Temperatur Kühlware im Sollbereich laut Ihrem HACCP-Konzept bzw. Lieferspezifikation, Messwert notiert
Temperatur Tiefkühlware gefroren, typischerweise −18 °C oder kälter, keine Anzeichen von Antauen
Verpackung unbeschädigt, sauber, nicht aufgebläht
Haltbarkeit MHD bzw. Verbrauchsdatum mit ausreichender Restlaufzeit
Kennzeichnung Bezeichnung, Hersteller, Allergene bei verpackter Ware, ggf. Charge
Sensorik Aussehen, Geruch, Konsistenz bei Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch
Menge und Gewicht Stückzahl und Stichprobe auf der Waage
Transport Fahrzeug sauber, Kühlware gekühlt transportiert
Entscheidung angenommen / mit Vermerk / abgelehnt, Unterschrift

Die Sollwerte für die Temperaturen legen Sie in Ihrem HACCP-Konzept fest – auf Grundlage von Rechtsvorschriften, Herstellerangaben und Leitlinien. Schreiben Sie sie direkt in die Checkliste, damit niemand nachschlagen muss: „Frischfleisch: Kerntemperatur höchstens X °C“ (X aus Ihrem Konzept) ist besser als „Temperatur in Ordnung“.

Als Grundlage können Sie die fertige Checkliste Wareneingang für Restaurants nutzen; für Geschäfte gibt es die Vorlage Wareneingang im Einzelhandel.

Allergene und Kennzeichnung

Für die Information der Gäste zu den 14 Hauptallergenen nach der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 (LMIV) brauchen Sie verlässliche Angaben zu jeder Zutat. Diese beginnen beim Wareneingang:

  • Prüfen Sie bei verpackter Ware die Zutatenliste – Rezepturen der Hersteller ändern sich.
  • Ersetzt ein Lieferant einen Artikel durch einen anderen, muss die Küche das wissen, bevor das Produkt verarbeitet wird.
  • Halten Sie Produktdatenblätter der Lieferanten aktuell.

In Österreich regelt zusätzlich die Allergeninformationsverordnung, wie die Allergeninformation in der Gastronomie gegeben werden kann; in Deutschland gelten dafür nationale Vorschriften zu unverpackten Lebensmitteln. In beiden Fällen gilt: Ohne korrekte Angaben aus dem Wareneingang ist die Allergeninformation auf der Karte wertlos. Ergänzend hilft die Checkliste Allergenkontrolle.

Umgang mit Abweichungen

Legen Sie vorab fest, was in welchem Fall passiert – sonst entscheidet der Fahrer:

  • Temperatur außerhalb des Sollbereichs: Kühlware in der Regel ablehnen, Grund auf dem Lieferschein notieren.
  • Beschädigte Verpackung: betroffene Einheit ablehnen, Rest prüfen.
  • Zu kurze Restlaufzeit: ablehnen oder nur nach Absprache annehmen, wenn die Ware sicher rechtzeitig verbraucht wird.
  • Fehlmenge, falscher Artikel: auf dem Lieferschein vermerken, vom Fahrer gegenzeichnen lassen, Gutschrift anfordern.
  • Wiederholte Mängel: Lieferanten bewerten und das Gespräch suchen.

Wichtig ist, dass jede Abweichung mit Datum, Lieferant und Maßnahme dokumentiert wird. Nur so sehen Sie, welcher Lieferant regelmäßig Probleme macht.

Dokumentation

Was zu einer guten Dokumentation des Wareneingangs gehört:

  • Datum und Uhrzeit der Lieferung, Lieferant;
  • geprüfte Artikel, gemessene Temperaturen;
  • Ergebnis der Prüfung und Name der prüfenden Person;
  • Abweichungen und getroffene Maßnahmen;
  • aufbewahrte Lieferscheine für die Rückverfolgbarkeit.

Papierlisten an der Hintertür werden schnell nass, unleserlich oder „später ausgefüllt“. Digitale Aufzeichnungen mit Zeitstempel und Foto sind bei einer Kontrolle überzeugender und lassen sich auswerten.

Häufige Fehler

  • Lieferung wird angenommen, während niemand Zeit hat – Prüfung „später“.
  • Kein Thermometer an der Anlieferung oder nie kalibriert.
  • Kühlware bleibt eine halbe Stunde im Flur stehen.
  • Abweichungen werden mündlich mit dem Fahrer geklärt, nichts ist notiert.
  • Ersatzartikel werden ohne Prüfung der Allergene verarbeitet.

Wareneingangskontrolle mit jeCheck

In jeCheck führen Sie die Wareneingangskontrolle als mobiles Audit direkt an der Anlieferung durch:

  • Checkliste mit Zahlenfeldern für Temperaturen und Pflichtfotos von Lieferschein und beschädigter Ware.
  • Digitale Protokolle im HACCP-Modul: Werte außerhalb des Grenzwerts öffnen eine Abweichung mit Korrekturmaßnahme.
  • Probleme mit einem Lieferanten werden zu Aufgaben für Einkauf oder Betriebsleitung.
  • In der Auswertung sehen Sie, an welchen Standorten und bei welchen Lieferanten sich Abweichungen häufen.

Die Vorlage passen Sie im Checklisten-Editor an Ihre Lieferanten und Sollwerte an.

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